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Eine gewagte Rubrik... “Future Trends”....aber es muss angesprochen werden.
Wie schaut die Zukunft der Lieferanten unserer Träume aus?
Wer wird überleben? Welche Marken werden eingestellt?
Möchte man diese und so manch andere Frage zur Zukunft der amerikansichen Automobilhersteller beantworten, muss man zuallererst eines tun:
Zurück schauen!
Ein Blick auf die Vergangenheit werfen, denn die Schieflage, in der sich die Hersteller befinden, ist nicht erst seit gestern vorhanden und auch wenn sie aktuell eng verknüpft ist mit der weltweiten Finanzkrise, so ist diese nicht der Auslöser, sondern eher der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte. Die wirtschaftlichen Probleme liegen viel weiter in der Vergangenheit. Sie sind zum Teil absolut hausgemacht, basierend auf Missmanagement, zum anderen Teil sind sie sehr us-spezifisch.
Die alten “Weisheiten”, wie “bigger is better”, oder “win on sunday, sell on monday” zählen einfach nicht mehr, was speziell die amerikanischen Hersteller irgendwie komplett verschlafen haben.
Obwohl der GM-Konzern mit seinen Chevrolet Corvettes in den diversen Langstreckencups und mit den Chevrolet Cruze in der WTCC beachtliche Erfolge erzielen, wirkt es sich nicht auf die wirtschaftliche Situation aus. Im Gegenteil. Spötter schallen schon: “Kauf dir den neuen Camaro.. so lange es ihn noch gibt...”
Was aber deutlich dramatischer zum Tragen kommt, ist die vollkommen verfehlte Modellpolitik in den letzten Jahrzehnten. Der Bereich der “normalen” PKW’s wurde quasi komplett den Japanern überlassen. Man setzte in erster Linie auf die Geldmaschine Pick-Up und Kingsize. Waren die amerikanischen Hersteller noch bis in die 60er Jahre hinein absolute Technikvorreiter und innovativ, sahen sie im laufe der weiteren Jahre tatenlos zu, wie ihnen die Japaner und Europäer diesen Rang geradezu spielerisch wegrissen. Anstatt auf Technik, Innovation und Qualität zu setzen, die auch weiter in die Zukunft schaut, fingen die US-Hersteller vermehrt an, sich in zermürbenden, gnadenlosen Rabattschlachten aufzureiben. Man hatte ja schließlich Melkkühe a la F-150, Silverado, oder Ram und konnte sich vielfach auf den Patriotismus der Behörden und Institutionen (u.a. auch Taxiunternehmen) verlassen, die trotz nicht übersehbarer Nachteile immer noch auf Fahrzeuge wie den Ford Crown Victoria, oder Chevrolet Caprice vertrauten. Ölkrise? Hatten wir schon...kommt nicht wieder.. ok.. vielleicht irgendwo auf der Welt, aber doch nicht hier in den USA. Finanzkrise? Hey, wenn du an der Tanke ne Schachtel Zigaretten bar bezahlt hast anstatt deine Creditcard zu zücken, wurdest du gleich komisch angeguckt....Das Ergebnis ist, dass gerade bei den Pick Up’s eine dermaßen starke Überproduktion gefahren wurde - schließlich will man als verwöhnter US-Bürger nicht wochen- oder gar monaelang auf sein Auto warten -, dass man die Bilder der großen Halden von F-150 und Co. mühelos per google-Earth auch aus großer Entfernung betrachten kann. In den feuchtigkeitsarmen Gebieten der USA stehen myriarden von unverkäuflichen Autos rum...
Was aber auf der anderen Seite bei aller Hysterie nicht vergessen werden darf
Hey, so viel du auch schimpfst auf die amerikanischen Dickschiffe, von denen kaum welche hier bei uns in Deutschland ernsthaft als täglicher Begleiter eingesetzt werden: In den USA ist vieles anders, vor allem aber die Distanzen. Mal eben zum shoppen? Die Anfahrt kann schonmal 20-30min. und mehr dauern. Hausnummern in den Zehntausenden gelten durchaus als “normal”. Möchtest du das alles in einer kleinen Hupe zurücklegen? Mit nem Polo durchs Deathvalley hecheln? 50km und mehr zur Arbeit in LA im Stau auf einem 7-spurigen Highway in einem Smart? Die “Hügel” von San Francisco mit einem Aygo überquälen? Wie hoch ist wohl die Lebenserwartung eines 1Liter 4-Zylinder bei der Belastung (vergess in vielen Staaten nicht den notwendigen Dauerbetrieb der Klimaanlage um dein eigenes Überleben zu sichern) Denk mal in Ruhe darüber nach...und vergiss dabei nicht, dass die amerikanischen Hersteller gerade in die Vorreiterrolle bei Fahrzeugantrieben mit alternativen - nachwachsenden Rohstoffen wachsen!
und nun? Was kommt jetzt? Was feststeht ist, der Lack ist ab...Momentan ist erstmal Panik angesagt und genau diese Reaktionen folgen auch. Wildes Flügelschlagen und überhastete Modellbereinung haben bereits Einzug gehalten. So stehen Hummer und Saturn zum Verkauf, Pontiac wird offiziell eingestellt und Mercury wackelt genauso bedrohlich wie Buick. Chrysler steht in engen Verhandlungen mit Fiat und so ist es wohl nur noch eine Frage von Wochen, bis Chrysler (wiedermal) zu einem europäischen Konzern gehört.. ob und welche Marken der Chrysler Corp. überleben, steht noch auf einem anderen Stern.
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